Über Geld spricht man nicht.
Dieser Satz hat mich lange begleitet. Er saß tief – so tief, dass ich ihn gar nicht mehr als Glaubenssatz wahrgenommen habe. Er war einfach… Wahrheit. So wie das Wasser nass ist und der Himmel blau. Über Geld spricht man nicht. Man verdient es, man gibt es aus, man hat es oder hat es nicht. Aber man redet nicht darüber.
Ich weiß noch, wie dieser Satz in meiner Kindheit in der Luft lag – unausgesprochen, aber allgegenwärtig. Geld war etwas Ernstes. Etwas, das Erwachsene unter sich regelten. Etwas, das man nicht anzufassen wagte, weil man sonst gierig wirkte oder anmaßend oder einfach unangemessen war.
Was ich damals nicht wusste: Dieser Satz war nicht nur ein Satz über Geld. Er war ein Satz über meinen Wert.
Und er hat mich teuer bezahlt.
Was Selbstwert und Geld wirklich miteinander verbindet
Auf den ersten Blick scheinen Selbstliebe und Finanzen wenig miteinander zu tun zu haben. Das eine ist innerlich, das andere äußerlich. Das eine weich, das andere hart. Das eine Herzensarbeit, das andere Zahlenwerk.
Aber je mehr ich mich mit beidem beschäftigt habe – mit meiner eigenen Entwicklung und mit dem Thema finanzielle Bildung – desto klarer wurde mir: Die Verbindung ist nicht zufällig. Sie ist grundlegend.
Hier ist, was ich meine:
Dein Selbstwert bestimmt, was du dir zuzugestehen glaubst.
Ich habe es bei mir selbst gemerkt – und bei vielen Frauen, mit denen ich seitdem gesprochen habe: Wenn wir tief drin glauben, nicht genug wert zu sein, dann verhandeln wir seltener, nehmen weniger, als uns zusteht, und sparen lieber für alle anderen als für die eigene Zukunft.
Du kennst das vielleicht: Für die Kinder ist das Geld sofort da – die guten Schuhe, der Schwimmkurs, das kleine Extra. Und für dich selbst? Da zögerst du. Da rechnest du dreimal. Da fragst du dich, ob es das wirklich sein muss.
Ich spreche hier nicht von Faulheit oder mangelnder Disziplin. Ich spreche von einem leisen, oft unbewussten Satz: Ich verdiene nicht mehr.
Deine Kindheitssätze über Geld sind Kindheitssätze über Wert.
Über Geld spricht man nicht. Geld verdirbt den Charakter. Das können wir uns nicht leisten. Reiche Menschen sind gierig. Diese Sätze – ob wir sie bewusst gehört haben oder nur mitbekommen – formen nicht nur unser Verhältnis zu Geld. Sie formen unser Verhältnis zu Fülle, zu Verdienen, zu dem, was wir überhaupt für möglich halten.
Als ich nach meiner Trennung finanziell alleine dastand – ohne Netz, ohne Plan, mit einer kleinen Tochter und dem großen Wunsch nach Unabhängigkeit – merkte ich, wie tief diese Sätze in mir verankert waren. Ich wollte finanzielle Freiheit. Und gleichzeitig glaubte ich irgendwo, gar kein Recht darauf zu haben.
Wer wegschaut, gestaltet nicht.
Wer nie über Geld nachdenkt, trifft keine bewussten Geldentscheidungen. Wer Geld als kompliziert, langweilig oder unangenehm abtut, schaut weg – und verpasst dabei genau die Möglichkeiten, die eigene Situation aktiv zu gestalten.
Ich weiß, wie verlockend das Wegschauen ist. Das Onlinebanking öffnen, kurz erschrecken, schnell wieder zumachen – kenne ich gut. Aber Wegschauen kostet am Ende mehr, als es hält.
Selbstliebe heißt auch: dich selbst wichtig genug nehmen, um hinzuschauen. Um deine finanzielle Zukunft zu gestalten – statt sie dem Zufall zu überlassen. Dem Partner. Oder dem Irgendwann.
Mein Wendepunkt: Als ich aufhörte, Geld als Tabu zu behandeln
Die Veränderung begann für mich nicht mit einem Finanzplan. Sie begann mit einer Frage, die ich mir zum ersten Mal wirklich ehrlich stellte:
Was glaube ich eigentlich über Geld? Und woher kommt das?
Die Antworten überraschten mich. Ich hatte Glaubenssätze übernommen, die ich nie hinterfragt hatte. Sätze, die mir nicht gehörten – die mir übergeben worden waren, ohne dass ich je gefragt wurde, ob ich sie annehmen will.
Ich habe mir danach Schritt für Schritt Geldwissen aufgebaut – über Bücher, über Menschen, die schon weiter waren als ich, und über eine Lernplattform für finanzielle Bildung. Aber das Wichtigste war nicht das Wissen selbst. Das Wichtigste war, dass ich überhaupt anfing, meine Beziehung zu Geld zu hinterfragen. Denn finanzielle Freiheit ist keine Frage von Glück oder Herkunft. Sie beginnt im Kopf – in den Glaubenssätzen, die wir über uns und unser Leben tragen.
4 Geldglaubenssätze, die du heute hinterfragen darfst
Ich möchte dir vier Sätze geben – nicht, um sie als Wahrheit hinzunehmen, sondern um sie zu hinterfragen. Erkennst du dich wieder?
- Über Geld spricht man nicht.
Wirklich? Oder haben uns das Menschen beigebracht, die selbst Angst vor dem Thema hatten? Wer nicht über Geld spricht, kann nicht lernen, es zu verstehen. Und wer Geld nicht versteht, überlässt anderen die Kontrolle über seine finanzielle Zukunft.
- Ich bin nicht gut mit Geld.
Bist du das wirklich – oder hast du es nur nie gelernt? „Nicht gut mit Geld sein“ ist kein Charakterzug, mit dem man geboren wird. Meistens ist es einfach fehlendes Wissen. Und Wissen kann man sich holen. Heute. Mit dem nächsten Schritt.
- Finanzielle Freiheit ist etwas für andere – nicht für mich.
Warum nicht für dich? Weil du Mutter bist? Weil du gerade nicht viel verdienst? Weil es kompliziert klingt? Diese Gedanken sind keine Fakten. Sie sind Geschichten – und Geschichten kann man umschreiben.
- Sich um Geld zu kümmern ist egoistisch oder oberflächlich.
Das Gegenteil stimmt. Wer finanziell stabil ist, kann für andere da sein – für die Kinder, für die Familie, für Menschen, die Unterstützung brauchen. Finanzielle Verantwortung ist kein Egoismus. Sie ist Fürsorge – auch für dich selbst.
Was das für dich bedeutet – konkret
Du musst heute keine Finanzexpertin werden. Du musst keinen Investmentplan aufstellen und nicht dein ganzes Budget umkrempeln.
Aber du darfst anfangen, ehrlich zu sein – mit dir selbst und mit deiner Beziehung zu Geld. Das ist der erste und wichtigste Schritt.
Drei Fragen, die ich dir mitgeben möchte:
- Welchen Satz über Geld hast du als Kind am häufigsten gehört – und glaubst du ihn heute noch?
- Was würdest du anders machen, wenn du wirklich glauben würdest, dass du finanzielle Sicherheit verdienst?
- Was wäre der kleinste nächste Schritt, den du heute in Richtung finanzieller Selbstbestimmung gehen könntest?
Es gibt keine falschen Antworten. Nur ehrliche.
Selbstliebe und Geld: Zwei Seiten derselben Münze
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass die Arbeit an mir selbst und die Arbeit an meiner finanziellen Situation keine getrennten Wege sind. Sie sind derselbe Weg.
Wer lernt, sich selbst zu lieben, lernt auch, sich selbst wichtig zu nehmen. Wer sich wichtig nimmt, sorgt für seine Zukunft. Und wer für seine Zukunft sorgt, gibt sich selbst und seinen Kindern etwas, das unbezahlbar ist: Sicherheit. Freiheit. Die Möglichkeit zu wählen.
Das wünsche ich dir. Nicht irgendwann – sondern mit dem nächsten kleinen Schritt, den du heute gehst.
Dein nächster Schritt: Das kostenlose 7-Tage-Journaling-Starter-Kit
Die drei Fragen aus diesem Artikel sind ein kraftvoller Anfang. Wenn du tiefer gehen möchtest – in deine Glaubenssätze, deine Muster, deine eigene Wahrheit – dann begleite ich dich in meinem 7-Tage-Journaling-Starter-Kit.
Jeden Morgen ein paar Minuten für dich. Eine Affirmation, gezielte Fragen, ein Dankbarkeitsmoment. Kein Druck, kein Perfektionismus – nur du und die Bereitschaft, ehrlicher mit dir zu werden.
Ich freue mich, wenn du mir schreibst, welcher Glaubenssatz dich am meisten angesprochen hat. Wirklich.
Alles Liebe,
Jasmin







